
Berufsschule AVUSA Aarau
Die Berufsschule AVUSA ist ein in der Schweiz einzigartiges Pilotprojekt. Sie ist offen für Jugendliche mit Beeinträchtigung, die die Anforderungen für eine eidgenössische Attest Ausbildung (EBA) oft nicht erfüllen. Diesen ermöglicht sie, den schulischen Teil einer Berufsbildung zu absolvieren, was für die spätere berufliche Integration von Vorteil ist.
Die Lernenden mit Beeinträchtigung werden im Rahmen der „Praktischen Ausbildung nach INSOS“ (IV-Anlehre) analog der eidgenössisch geregelten Bildungsangebote geschult. In der „Praktischen Ausbildung“ werden die Fähigkeiten und Ressourcen der Lernenden individuell gefördert. Damit wird ihnen der Einstieg in einen beruflichen Werdegang überhaupt ermöglicht.
Zum Angebot gehört auch der Stützunterricht für Jugendliche, die eine eidgenössische Attest Ausbildung (EBA) absolvieren.
Die Berufsschule befindet sich in den Räumlichkeiten der Kantonalen Schule für Berufsbildung in Aarau. Sie liegt vom Bahnhof zu Fuss gut zu erreichen. Mit der räumlichen Integration in die Kantonale Schule für Berufsbildung soll der Weg in Richtung Normalisierung gefördert werden.
INSOS begrüsst das Projekt, da es den Zielen der Normalisierung und Durchlässigkeit entspricht.
Entstehung der Berufsschule
Bis Ende Schuljahr 2007/08 wurden die in der Lebenshilfe begleiteten Lernenden mit Beeinträchtigung zusammen mit jenen der Stiftung Schürmatt in der LH-Berufsschule im Haus für Bildung und Arbeit „Heuwiese“ in Fachkunde und Allgemeinbildung unterrichtet. Im darauf folgenden Schuljahr absolvierten die Lehrlinge der Stiftung Lebenshilfe, der Stiftung Schürmatt und der Stiftung für Menschen mit einer Behinderung Fricktal den Unterricht in der Berufsschule AVUSA in Aarau.
Berufsschule aktuell
Im Schuljahr 2011/12 besuchen 57 Lehrlinge aus zehn verschiedenen Organisationen die Berufsschule. Sieben Lehrkräfte unterrichten an vier Tagen in der Woche, unterstützt durch einen Zivildienstleistenden. Momentan gibt es acht Fachklassen:
• 2 Klassen Gärtnereipraktiker/-in
• 2 Klassen Hauswirtschaftspraktiker/in
• 1 Klasse Schreiner-, Maler- und Betriebspraktiker/-in
• 1 Klasse Koch / Köchin / Bäckereipraktiker/-in
• 1 Klasse Industriepraktiker/-in
• 1 Klasse Büroassistentinnen / Hauswirtschaftspraktiker/-in
Unterrichtet werden die Fächer Deutsch, Mathematik, ABU und Fachkunde entsprechend des Berufs.
Erfahrungsaustausch
Zweimal jährlich findet ein Austausch aller Ausbildner/-innen und Lehrpersonen statt. Die Schule hält einerseits Rückblick und Ausblick auf den Unterrichtsalltag, tauscht sich über die Inhalte der allgemeinbildenden Fächer aus sowie über den „Tag der offenen Tür“, die Lehrabschlussprüfungen, Ausflüge und Besichtigungen.
Andererseits findet der Austausch in fachspezifische Berufsgruppen statt: Hauswirtschaft, Bäcker/Köche, Garten- Landschaftsbau, Betriebspraktiker/Schreiner/Maler, Industriepraktiker, Büroassistenz. Es werden Unterrichtsinhalte und ‑materialien vorgestellt und die Bedürfnisse der Ausbildner/-innen in Bezug auf den Unterricht evaluiert.
Steuerung des Pilotprojekts
Ebenfalls zweimal jährlich trifft sich die Begleitgruppe der Berufsschule, die sich aus Vertretungen der Organisationen, der IV und dem Kanton zusammensetzt. Es wird über den aktuellen Stand der Berufsschule berichtet und über zukünftige Entwicklungen diskutiert.
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Die neue Berufsschule befindet sich in den Räumlichkeiten der Kantonalen Schule für Berufsbildung. Sie liegt in der Nähe des Bahnhofs in Aarau und ist zu Fuss gut zu erreichen.
Mit der räumlichen Integration in die Kantonale Schule für Berufsbildung soll der Weg in Richtung Normalisierung gefördert werden.
Schulleitung: Brigitte Steinhoff
Telefon: 062 834 68 89
E-Mail:
brigitte.steinhoff@stiftung-lebenshilfe.ch