15 Jahre Hotel & Restaurant zum Schneggen
Seit 2011 führt die Lh das Hotel & Restaurant zum Schneggen in Reinach. Über die Jahre hat sich der sogenannte Schneggen als wahrer Glücksgriff erwiesen und trägt heute viel zur erfolgreichen Arbeitsmarktintegration bei. Als die Gemeinde vor 15 Jahren einen neuen Pächter für das geschichtsträchtige Gasthaus suchte, zeigten Abklärungen, dass sich dieser Betrieb eignen würde, um das Stiftungsziel der erfolgreichen Arbeitsintegration zu erfüllen.
Nach einem fliegenden Start folgte eine enorme Aufbauarbeit unter der Ägide des ehemaligen Sternekochs Peter Jörimann, der massgeblich dazu beigetragen hat, den Schneggen in der Region zu etablieren. Seit 2025 lenkt sein Nachfolger Ralf von der Heyde die Geschicke des Hotel- und Restaurationsbetriebs. Als Betriebsleiter muss er den Spagat zwischen dem Sozial- und dem Produktionsauftrag meistern, was viel berufliches Können, aber auch Freude und Interesse an den Menschen voraussetzt.

Integration und Visitenkarte
Mit dem Schneggen verfolgt die Stiftung drei Ziele: Sie will erstens gute und attraktive Arbeitsplätze für Menschen mit Unterstützungsbedarf anbieten. Diese sollen sich hier nahe am ersten Arbeitsmarkt entwickeln können oder auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Zweitens soll das Restaurant den Menschen aus der Umgebung ein ansprechendes Gastroangebot bieten und zu einer lebendigen Gemeinschaft beitragen – so spielt auch die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Gemeinde eine tragende Rolle. Drittens dient der Schneggen als Visitenkarte für die Lh: Hier zeigt sich jeden Tag, wie Arbeitsintegration und Gastfreundschaft
Hand in Hand gehen.
Im Schneggen werden Menschen mit Unterstützungsbedarf oder Lernschwierigkeiten ausgebildet; sie bekommen die Möglichkeit, in einem echten Gastrobetrieb einen Beruf zu erlernen. In der Küche, im Service, in der Hauswirtschaft oder der Hotellerie entwickeln die begleiteten Personen praktische Fähigkeiten, sie können
berufliches Know-how und Schlüsselkompetenzen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Selbstständigkeit erwerben. Aber vor allem gewinnen sie an Selbstvertrauen und können sich eine berufliche Identität aufbauen.
Der Betrieb bietet Ausbildungen auf drei verschiedenen Stufen: Lernende können eine IV-unterstützte Praktische Ausbildung (PrA nach INSOS) absolvieren, sie können die Ausbildung aber auch mit dem eidgenössischen Berufsattest (EBA) oder dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) abschliessen. Im Team gibt es zudem mehrere geschützte Arbeitsplätze.
Gute Nerven auch bei Hochbetrieb
Arbeiten in der Gastronomie ist körperlich anstrengend und zuweilen auch psychisch belastend, das ist auch im Schneggen nicht anders. Wenn gerade Hochbetrieb ist und 120 Essen serviert werden sollen, muss alles wie am Schnürchen klappen, da müssen auch die persönlichen Probleme einen Moment warten. Trotzdem gibt es Gefässe, in denen Schwierigkeiten thematisiert und Probleme aufgefangen werden. Die Lernenden können sich an ihre:n Job-Coach:in von der Learco AG wenden, bei geschützten Arbeitsplätzen übernimmt die Lh das agogische Coaching. Aber für wen eignet sich der Schneggen denn als Ausbildungsort? Das müssen Menschen sein, die die Gastronomie lieben, also gerne in der Hotellerie, der Küche oder dem Service arbeiten und dafür die entsprechenden Ressourcen mitbringen. Will heissen: Sie müssen zuverlässig sein, sich in ein Team einfügen und auf engem Raum und bei reger Dynamik arbeiten können. Und nicht zuletzt müssen sie Freude an der sozialen Interaktion mit den Gästen haben.
Genau das ist es, was Lars Benz an seiner Arbeit im Schneggen so gefällt.

Lars, wie war dein Einstieg im Schneggen?
Der war wirklich gut, ich konnte gleich loslegen, das Team hat mich super aufgenommen.
Was arbeitest du?
Ich bin in der Gastro, ich serviere, habe Kundenkontakt, nehme Bestellungen auf
und bringe den Gästen das Essen.
Was gefällt dir besonders an deiner Arbeit?
Der Kontakt zu den Gästen.
Habt ihr auch Stammgäste?
Ja, mit einigen spreche ich oft, wenn es die Zeit erlaubt, und sie haben mir sogar
das «Du» angeboten.
Kannst du etwas speziell gut?
Schwierige Frage. Eigentlich kann ich alles recht gut, aber beim Kundenkontakt bin
ich wirklich gut. Ich spreche gerne mit den Leuten, und wenn sie gerade über etwas
Spezielles diskutieren, dann diskutiere ich auch mal mit.
Arbeiten in der Gastronomie ist streng. Wie gehst du mit dem Druck um?
Ich habe lieber etwas Druck, mir gefällt es, wenn etwas läuft.
Gibt es etwas von der Speisekarte des Schneggen, das du besonders empfehlen
kannst, ein Lieblingsgericht?
Das Schnitzel ist sehr fein, das kann ich wirklich empfehlen. Und zum Dessert
natürlich die hausgemachte Schneggen-Crèmeschnitte!
Unternehmt ihr auch manchmal etwas im Team?
Ja, wir sind ein gutes Team, es ist schon fast wie eine Familie für mich. Vor Weihnachten
waren wir alle zusammen im Europapark, das war cool!