Suche

Zurück zur Übersicht

Bedürfnis «Regenerierung»: Woher holst du deinen Atem?

Infomailing 1 2026 Beduerfnis Regenerierung

Stefan Merz ist seit 2014 an verschiedenen Arbeitsorten in der Lh tätig. Anfänglich hatten ihn psychische Probleme stark herausgefordert. Seit drei Jahren arbeitet er in einem 90-Prozent-Pensum im von der Lh geführten Personalrestaurant Bertschi AG in Dürrenäsch. Sein Ziel ist eine Teilzeitstelle im ersten Arbeitsmarkt.

Im Zusammenhang mit unserer Informationsreihe «Menschliche Bedürfnisse» – nach der Theorie von Werner Obrecht, Schweizer Sozialwissenschaftler – stellen wir den von uns begleiteten Personen Fragen zu den jeweiligen Themen. Stefan Merz gibt Antworten zum biopsychischen Bedürfnis «Regenerierung».

Stefan Merz ist seit 2014 an verschiedenen Arbeitsorten in der Lh tätig. Anfänglich hatten ihn psychische Probleme stark herausgefordert. Seit drei Jahren arbeitet er in einem 90-Prozent-Pensum im von der Lh geführten Personalrestaurant Bertschi AG in Dürrenäsch. Sein Ziel ist eine Teilzeitstelle im ersten Arbeitsmarkt.

Stefan, wofür brauchst du viel Energie?

Für die Arbeit, vor allem, wenn wir unterbesetzt sind und doppelt so schnell arbeiten müssen. Und danach für den privaten Haushalt. Ich möchte dort gerne Ordnung haben.

Wie wichtig ist Erholung in deinem Alltag?

Regeneration ist genauso wichtig wie Leistung. Wenn das eine fehlt, dann funktioniert das andere auch nicht. Ein Ausgleich ist wichtig. Nichts zu tun, wie Fernsehen, macht träge. Schon ein Spaziergang in der Natur reicht für den Ausgleich. Dabei kann man gut vom Alltag abschalten – egal, ob vom Privaten oder von der Arbeit.

Was raubt dir Energie?

Was mir am meisten Energie raubt, sind Auseinandersetzungen. Glücklicherweise gibt es die im Personalrestaurant Bertschi kaum. Im Privaten musste ich jedoch etwas aufräumen – mit toxischen Personen. Da war ich ständig im Klinsch und habe dies nun gut gemeistert. Die Leute, mit denen ich mich jetzt noch treffe, die sind erbauend und nicht niederdrückend oder negativ. Es ist nicht mehr so, dass das Problem von anderen zu meinem Problem wird.

Hast du einen Tipp, wie andere zu mehr Regenerierung kommen?

Ich kann ein Hobby wie Malen oder Schwimmen fest empfehlen. Es ist entspannend und gibt dem Körper Antrieb. Wichtig ist auch die persönliche Pflege, wie zum Beispiel ein entspannendes Bad. Jede und jeder muss selbst spüren, was wirkt.

Wo holst du deinen Atem her?

Bei der Musik. Da kann ich hinsitzen und vergesse alles um mich herum. Das Blasinstrument ist komplex und für mich mein innerer Polizist. Ich halte es in der Hand und merke, ob ich nervös oder innerlich angespannt bin. Muss ich zwangsmässig den Ton treffen oder gehe ich locker und mit einer entspannten Haltung daran, dann klappt dies von alleine. Dann bin ich eins mit dem Instrument.

Bedürfnismodell kurz erklärt

Das biopsychosoziale Bedürfnismodell identifiziert 4 biologische, 6 biopsychische und 7 biopsychosoziale Bedürfnisse. Sie werden als innere Zustände des menschlichen Organismus verstanden. Werden diese Bedürfnisse unzureichend erfüllt, leidet das Wohlbefinden und es kommt zu Kompensationshandlungen. Dies gilt es zu vermeiden.

In der täglichen Begleitung von Menschen mit Unterstützungsbedarf richten wir unser Handeln an der Befriedigung dieser Bedürfnisse aus. Damit legen wir die Grundlage für eine kompetente Teilhabe. Wir erfassen ihre individuelle Lebenssituation und entwickeln daraus konkrete Handlungspläne – dies bildet das Herzstück unseres sozialpädagogischen Wirkens!