Bedürfnis «Sensorische Stimulation»: Was berührt dich?
Peter Sutermeister lebt seit April 2019 in der Lh – er befindet sich im Autismus-Spektrum. Aufgrund einer ausgeprägten Reizsensibilität und dem Orientieren an ritualisierten, teils zwanghaften Abläufen war es ihm teilweise nicht möglich, das Haus zu verlassen. Schritt für Schritt ist es gelungen seine Teilhabe zu erweitern. Seit seinem Eintritt in die Lh kommuniziert er mithilfe der gestützten Kommunikation (Facilitated Communication). So ist auch dieses Interview entstanden.
Im Zusammenhang mit unserer Informationsreihe «Menschliche Bedürfnisse» – nach der Theorie von Werner Obrecht, Schweizer Sozialwissenschaftler – stellen wir den von uns begleiteten Personen Fragen zu den jeweiligen Themen. Peter Sutermeister gibt Antworten zum biopsychischen Bedürfnis «Sensorische Stimulation».
Peter Sutermeister lebt seit April 2019 in der Lh – er befindet sich im Autismus-Spektrum. Aufgrund einer ausgeprägten Reizsensibilität und dem Orientieren an ritualisierten, teils zwanghaften Abläufen war es ihm teilweise nicht möglich, das Haus zu verlassen. Schritt für Schritt ist es gelungen seine Teilhabe zu erweitern. Seit seinem Eintritt in die Lh kommuniziert er mithilfe der gestützten Kommunikation (Facilitated Communication). So ist auch dieses Interview entstanden.

Peter, auf welche deiner Sinne kannst du dich am sichersten verlassen?
Ich verlasse mich auf meine Augen und meine Ohren.
Was ist dein Lieblingsgeräusch?
Ich mag klassische Musik – mit dem Klavier. «Die Vier Jahreszeiten» von Vivaldi, vor allem das dritte Konzert «Herbst».
Was berührt dich?
Meine Augen sehen gerne schöne Landschaften der Natur. Es kann Glück in meinen Kopf schwemmen.
Was triggert dich?
Bei mir sind es zu viele Reize auf einmal, die ein Chaos in meinem Hirn auslösen. Besonders empfindlich reagiere ich auf hohes Gekreische.
Wie verarbeitest du Reize?
Ich mache Pausen und bin froh um klare Struktur.
Was geschieht, wenn du zu vielen Reizen ausgesetzt bist?
Ich mache dann Sachen, die sich von meinem Kopf nicht steuern lassen.
Was hilft dir bei zu vielen Reizen? Hast du Tipps für andere?
Mir hilft es dann, zu gehen oder das Zimmer aufzusuchen.
Wenn deine Sinne Superkräfte wären, welche Kraft hättest du?
Ich stelle mir vor, dass ich mit meinen Augen alle Menschen zu positivem Denken bringe.
Bedürfnismodell kurz erklärt
Das biopsychosoziale Bedürfnismodell identifiziert 4 biologische, 6 biopsychische und 7 biopsychosoziale Bedürfnisse. Sie werden als innere Zustände des menschlichen Organismus verstanden. Werden diese Bedürfnisse unzureichend erfüllt, leidet das Wohlbefinden und es kommt zu Kompensationshandlungen. Dies gilt es zu vermeiden.
In der täglichen Begleitung von Menschen mit Unterstützungsbedarf richten wir unser Handeln an der Befriedigung dieser Bedürfnisse aus. Damit legen wir die Grundlage für eine kompetente Teilhabe. Wir erfassen ihre individuelle Lebenssituation und entwickeln daraus konkrete Handlungspläne – dies bildet das Herzstück unseres sozialpädagogischen Wirkens!